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26. Juli - 3. August 2008

7. Woche - Mongolei, China


mongolischer Ringkampf
Die Erben des Dschingis-Khan
Die grüne Wüste Gobi
Goldwäscher
Lager in der Gobi
Türkise und andere Steine
Lagerfeuerromantik
wilder Osten
Julia unser Guide
an der chinesischen Grenze
Aufmerksamkeit war uns sicher
an der chinesischen Mauer
das größte Bauwerk der Welt
...immer gute Laune

Am Samstag den 26. Juli füllen wir nach dem gemütlichen Frühstück unsere Brauchwasservorräte auf und besuchen nochmals „unser“ Cafe Sacher, um frisches Brot und Gebäck zu besorgen – dann geht’s wieder los: vorerst zur Dschingis-Khan Reitershow – ein farbenprächtiges, sehr martialisches Spektakel.

Unser Abendlager schlagen wir in der „Windows-Bildschirmschoner-Wiese“ auf, welche in Wirklichkeit die Wüste Gobi nach dem Regen ist!

In der Nacht auf Sonntag bereiten schwere Gewitter mit Sturm und Hagel einen echten Belastungstest für unsere Dachzelte, den diese aber mit Auszeichnung bestehen. Am Morgen reisen wir gemütlich durch die Gobi – wir haben bis zur chinesischen Grenze nur noch ca. 800 km vor uns und ganze 4 Tage Zeit.

Unterwegs stoßen wir auf Goldsucher, die noch wie im vorigen Jahrhundert Gold in der Pfanne waschen und mitten im Nirgendwo hoffen, das große Glück zu machen.

Die Stimmung ist ausgezeichnet, nachdem wir wissen, dass wir nach China mit den Autos einreisen dürfen. Das Satellitentelefon macht heute wieder kleine Schwierigkeiten, aber uns kann momentan nichts aus der Ruhe bringen. Am Abend kommt wieder starker Sturm mit Böen bis zu 100 km/h auf. Wir lagern auf einer völlig freien Fläche ohne Windschutz und flüchten bald in unsere Zelte. (Pos.N46° 18’49,2“ E108° 28’24“)

Am Montagmorgen ist es sehr kalt mit Temperaturen knapp um die 10°C. Wegen der stürmischen Nacht haben alle wenig geschlafen und der Abbau der Zelte auf den Autodächern gestaltet sich bei der hohen Windgeschwindigkeit als echte Herausforderung. Dann fahren wir wieder nur nach GPS und Kompass durch die Wüste Gobi. Auf den Felsen der Umgebung finden wir jede Menge verlassener Adlerhorste. Ein einziger ist mit einem Jungtier besetzt, zu dem wir jedoch ausreichend Abstand halten. Bei der Weiterfahrt stoßen wir wie gestern auf Glücksritter mitten in der Wüste. Diese suchen jedoch nicht nach Gold, sondern nach Edelsteinen. Sie zeigen uns auch bereitwillig ihre Schätze und wir kaufen einige Steine als Souvenir. Am Abend finden wir als Entschädigung für die Sturmnacht einen ruhigen Lagerplatz ohne Gelsen und genießen eine sternenklare Wüstennacht.

Am Dienstag den 29. Juli geht’s wie gewohnt querfeldein Richtung China. Wunderschöne, grüne(!) Wüstenlandschaft, an der man sich kaum satt sehen kann prägt die Strecke. Wir beobachten Gazellen, die ob unseres Anblickes in vollem Lauf in alle Richtungen auseinanderstoben – ein traumhaftes Bild. Ein herrlicher Tag geht mit Lagerfeuerromantik und gebratenen Kartoffeln zu Ende. Wir bekommen Nachricht, dass unser Guide schon morgen an der Grenze ist und sind natürlich ungeduldig, ob wir einen Tag früher in China einreisen können. Die Einfahrtserlaubnis für Peking ist noch immer unklar – aber davon lassen wir uns nicht beeindrucken – es ist fast immer anders gekommen als wir es erzählt bekommen haben.

Mittwoch durchqueren wir den letzten Teil der mongolischen Gobi. Jede Menge Gazellen, Kamele und Pferde prägen die Landschaft. Wir stoßen wieder auf eine sauschlechte Piste und trösten uns mit der Gewissheit, dass es nur mehr 100km sind. Am Abend beschließen wir bei einer gemeinsamen Gulaschsuppe den letzten Tag in der Wüste Gobi.

Donnerstag um 10 Uhr telefoniert Harry mit Julia; sie ist unser Guide in China. Wir dürfen schon heute in China einreisen. Im Rekordtempo sind die Autos abfahrbereit. Die Ausreise aus der Mongolei ist in einer halben Stunde erledigt – was kommt jetzt bei den Chinesen auf uns zu?

Julia erwartet uns an der Grenze und hilft bei der Abwicklung. Überraschenderweise sind alle hochkorrekt und sehr freundlich. Die Autos werden zwar gründlich durchsucht - inklusive Schmutzwäsche! - bei der Abwicklung hat man aber nie das Gefühl unkorrekt behandelt oder schikaniert zu werden. Die TÜV-Überprüfung entfällt – auch die chinesischen Führerscheine und Autonummern sind bereits ausgestellt und werden nach kurzer Überprüfung der Daten ausgehändigt. Eine sehr einfache Grenze – jedoch hat die ganze Abwicklung inklusive Mittagspause - wie könnte es anders sein - auch ganze 4,5 Stunden gedauert.

In die Grenzstadt Erenhot wechseln wir Geld und sind wieder einmal die Exoten. Wir fühlen uns wie die Affen in Schönbrunn, die jeder ungeniert anstarrt.

Ab der Grenze ist die Straße asphaltiert und wir erleben ein völlig neues Fahrgefühl – leise, ruhig, ohne Schütteln und Rütteln – einfach wundervoll nach ca. 2000 km hartem Offroad-Fahren.

Freitag 1. August 2008, Peter hat heute Geburtstag und feiert den 40er – endlich erwachsen!

Wir queren den chinesischen Teil der Wüste Gobi, die hier über große Strecken bewässert und kultiviert ist. Der nächste Stopp in Datong, einer 5 Millionenstadt bietet wenig Sehenswertes. Hauptsächlich Staub, Lärm und Schmutz sind wohl die Zeichen der rasanten industriellen Entwicklung - aber lauter freundliche Menschen sprechen uns auf der Straße an und sind neugierig, mehr über uns zu erfahren. Zum Mittagessen besuchen wir ein Lokal, wo uns die Besitzerin aus lauter Freude über die ersten Ausländer in ihrem Lokal ein Lied vorsingt. Für unsere Ohren klingt es sehr fremdartig und auf Dauer ist es nur schwer auszuhalten.

Samstag brechen wir Richtung Tianjin zum Seehafen auf, wo unsere Autos verladen werden. Mittlerweile wissen wir, dass wir den gesamten Bezirk Peking umrunden müssen, weil die Einfahrt nur mit Sondergenehmigung des IOC möglich ist. Diese zu beantragen und auch noch zeitgerecht zu bekommen ist leider unmöglich.

Wir fahren durch das chinesische Hinterland abseits der Touristenpfade. Mit wechselnden Gefühlen abwechselnd zwischen Stahl- und Kohlekraftwerken, die die gesamte Umwelt verpesten und dann wieder wunderschöne Wald- und Berglandschaften, wie aus einem Werbefilm über China. Auch einen historischen Teil der großen Mauer finden wir, platzieren unsere Autos direkt auf den Resten der chinesischen Mauer, denn eine solche Gelegenheit kommt bestimmt nicht wieder!

Sonntag fahren wir von Chengde nach Tianjin und erleben wie schon gestern die Extreme dieses Landes. Am Abend werden am Hafen die Autos zur Verladung vorbereitet, die Koffer sortiert und dann schlafen wir im Hotel.

Nun geht das Abenteuer bald zu Ende – schade…. Nächste Woche noch die Fahnenübergabe und dann ist unser Traum vorbei… Wir melden uns nächste Woche noch einmal wieder.

Grüße an alle von Harry Auzinger und dem Team der SRC-2008, Tianjin, 2008-08-03

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